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Vergleich der Wirksamkeit von Finasterid und Minoxidil
23. Dezember 2003 - Dr. Christian Kunte

Ein indisches Forscherteam verglich in einer Studie an 99 Männern im Alter von 18-45 Jahren die beiden einzigen effektiven Therapeutika zur Behandlung der androgenetischen Alopezie (Alopecia androgenetica) des Mannes, Finasterid 1 mg/Tag und Minoxidil-Lösung 2x1 ml/Tag (Saraswat and Kumar: Minoxidil vs Finasteride in the Treatment of Men With Androgenetic Alopecia. Arch Dermatol. 2003; 139: 1219-1221). Die Zuteilung zu einer der beiden Therapien erfolgte zufällig. Nach einem Behandlungsjahr entschieden sich 83 % der Finasterid- und 81 % der Minoxidil-Anwender zu einer Fortsetzung der Behandlung. Untersucht wurden die Haarzahl und die Haardicke von einem Wissenschaftler, der nicht wusste, welches Therapeutikum der Patient bekam. Ebenso wurden Übersichtsphotografien angefertigt, die von zwei ebenfalls nicht über die Art der Therapie informierten Dermatologen bezüglich der Haardichte beurteilt wurden.

Die Ergebnisse ergaben Folgendes: 3 Männer (6 %) der Finasterid-Gruppe und 2 Männer (4 %) der Minoxidil-Gruppe haben die Studie aufgrund unerwünschter Wirkungen frühzeitig beendet. Nach 3 Monaten beurteilten 33 % der Patienten der Minoxidil-Gruppe und 12 % der Finasterid-Gruppe das Haar als verdichtet. Nach 12 Monaten wiesen die Finasterid-Anwender 17,7 Haare und die Minoxidil-Anwender 9,6 Haare mehr im untersuchten Areal auf. In der selben Zeit nahm die Zahl dicker Haare in der Finasterid-Gruppe um 24,4 und in der Minoxidil-Gruppe um 19,4 zu. Nach 12 und 24 Monaten gab es zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede. Bei den Übersichtsphotografien waren durch die Dermatologen nach 3 Monaten 5 Minoxidil-Anwender (13 %) und kein Finasterid-Anwender als verdichtet eingestuft worden. Nach 12 Monaten wurden anhand der Übersichtsaufnahmen 32 Finasterid-Patienten (62 %) und 26 Minoxidil-Patienten (56 %) als verdichtet beurteilt worden.

Die Autoren folgern aus den Daten, dass zwischen den beiden Präparaten kein Unterschied in ihrer Potenz zu sehen war, den weiteren Haarverlust am Oberkopf zu stoppen. Bei etwa 50 % der Probanden aus beiden Gruppen schritt der Haarverlust am vorderen Haaransatz voran. Nach 3 Monaten wurde der Effekt von Minoxidil durch die Patienten deutlich besser beurteilt als von den Finasterid-Patienten. Bestätigung fand dies bei den Übersichtsphotografien und der Haardickenmessung. Die Haarzahl war in beiden Behandlungsgruppen etwa gleich stark angestiegen. Nach 9 und 12 Monaten war in beiden Behandlungsgruppen die Haardicke etwa gleich angestiegen, die klinischen Erscheinungsbilder waren ebenso vergleichbar. In der Finasteridgruppe fand sich jedoch eine deutlich höhere Haarzahl. Die Autoren folgern hieraus, dass die Haardicke besser mit dem klinischen Erscheinungsbild korreliert als die Haarzahl. Im 2. Behandlungsjahr blieben Haarzahl und -dicke in beiden Therapiegruppen stabil. Das optische Erscheinungsbild, sichtbar anhand der Übersichtsphotografien der Köpfe, verbesserte sich jedoch weiter.

Zusammenfassend folgern die Autoren, dass Minoxidil zu einer schnelleren initialen Besserung führt, während Finasterid ein etwas besseres Ergebnis bei fortgesetzter Therapie bewirkt. Beide Präparate sind gleich effektiv den Haarverlust zu stoppen.

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