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Untersuchung zu vermehrtem Haarwuchs im Gesicht im Rahmen einer Minoxidiltherapie bei Frauen
24. Mai 2003 - Dr. Jens Meyer

Eine aktuelle Publikation der Fachzeitschrift "Journal of the European Academy of Dermatology" (J Eur Acad Dermatol Venereol 2003 May;17(3):271-275) befasst sich mit dem Thema eines unerwünschten Haarwachstums im Gesicht während einer Therapie des anlagebedingten Haarausfalls der Frau mit Minoxidil-Lösung (Handelspräparat Regaine). Zum Hintergrund: Bei ausgeprägten Formen des anlagebedingten Haarausfalls (Androgenetische Alopezie, Alopecia androgenetica) können 2- und 5%ige Minoxidillösungen (RegaineĀ®) zum Einsatz kommen, da es zu diesen Präparaten wissenschaftliche Studienergebnisse gibt, die auf eine gute Wirksamkeit deuten. Anzumerken ist dabei, dass es sich bei der Behandlung jeweils um einen individuellen Heilversuch handelt, da Minoxidil-haltige Haarwasser in Deutschland noch nicht zur Behandlung bei Frauen zugelassen sind. An Nebenwirkungen ist bei einer Therapie mit Minoxidil-Lösung gelegentlich mit einer Irritation der Kopfhaut zu rechnen, selten kommt es auch zur Ausbildung einer Allergie gegen einen Inhaltsstoff der Regaine Lösung. Bei wenigen Frauen kann eine verstärkte Behaarung im Gesicht, vor allem an Stirn und Wangen, auftreten.

In der aktuellen Untersuchung wurden die Daten von insgesamt 1333 Frauen ausgewertet, die innerhalb großer klinischer Studien eine Behandlung mit Minoxidil-Lösung durchgeführt hatten. Die Häufigkeit von Berichten über eine unerwünschte vermehrte Gesichtsbehaarung lag in diesem Rahmen bei insgesamt 4%, entsprechend 50 Frauen. Aus dieser Gruppe entschieden sich wiederum 9 Frauen, die Therpie aufgrund des Haarwachstums abzubrechen. Die genaue Betrachtung der Daten zeigte eine Dosis-abhängige Reaktion: Der Hauptanteil von Frauen mit verstärktem Gesichtshaarwuchs hatte eine Therapie mit 5% Minoxidil durchgeführt, weniger Berichte fanden sich in der Gruppe der mit 2% Minoxidil behandelten Patientinnen und nur einige Fälle in der Placebogruppe (Placebo = Wirkstofffreie Substanz). Es konnte ferner festgestellt werden, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen bevorzugt betroffen sind.

Insgesamt sei der vermehrte Gesichtshaarwuchs jedoch rückbildungsfähig, so betonten die Untersucher. So könnte bei Auftreten dieser unerwünschten Wirkung auf die niedriger dosierte 2%ige Lösung ausgewichen werden, nur selten sei ein Therapieabbruch erforderlich. Die Ergebnisse der Untersuchungen decken sich mit den Erfahrungen von Prof. Dr. Hans Wolff von der dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Leiter des Expertenrates zum anlagebedingten Haarausfall bei Haarerkrankungen.de:

"Bei etwa 5% der mit Minoxidil-Lösung (Regaine) behandelten Frauen beobachtet man eine Verstärkung der Behaarung an der seitlichen Stirn und an den Wangen. Dies tritt vor allem bei Frauen dunklen Hauttyps auf. Sollte das zusätzliche Haarwachstum sehr störend sein, so kann das Minoxidil-haltige Haarwasser abgesetzt werden, die vermehrten Gesichtshaare fallen wieder aus."

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