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Zusammenhang zwischen ausgeprägter androgenetischer Alopezie und schweren COVID-19-Verläufen?
30. Juli 2021 - Dr. A. Finner, Dr. U. Schwichtenberg

Zu den Themen COVID-19 und diffuser Haarausfall bzw. Alopecia areata (AA) hatten wir bereits berichtet (siehe https://www.haarerkrankungen.de/aktuelles/haarsinglenewsmeldung.php?newsid=20201026). Darüber hinaus wird in dem bekannten Fachmagazin Journal of the American Academy of Dermatology (JAAD) seit Mitte 2020 rege diskutiert, ob das Vorliegen eines ausgeprägten anlagebedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie, AGA) das Auftreten eines schweren COVID-19 Infektionsverlaufs begünstigen kann.

Den Anfang der Diskussion machte ein Bericht, dass die Mehrzahl einer Gruppe von Patienten, die sich wegen einer schweren COVID-19 Infektion in krankenhäuslicher Behandlung befanden, auch eine ausgeprägte androgenetische Alopezie aufwiesen. Die Originalpublikation in Englisch können Sie als PDF-Dokument hier abrufen: https://www.jaad.org/action/showPdf?pii=S0190-9622%2820%2930948-8

Die Autoren des Berichtes wiesen selber darauf hin, dass die Studie nicht alle Kriterien einer soliden wissenschaftlichen Untersuchung erfüllt bzw. erfüllen konnte. So ließen wissenschaftliche Kommentare auch nicht lange auf sich warten, welche die Schlussfolgerung eines Zusammenhanges zwischen AGA und COVID-19 verneinten. Eines der Argumente war, dass fortgeschrittenes Alter allein schon ein Risiko für das Vorhandensein einer AGA und das Auftreten einer schweren COVID-19 Erkrankung sei. Zwei dieser Veröffentlichungen im JAAD finden Sie hier:
https://www.jaad.org/action/showPdf?pii=S0190-9622%2820%2932484-1
https://www.jaad.org/action/showPdf?pii=S0190-9622%2820%2932302-1

Ein weiteres, in diesem Zusammenhang zu berücksichtigendes Argument wäre, dass eine schwere oder früh beginnende AGA auch mit einem erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein metabolisches Syndrom verbunden ist. Dies könnte indirekt auch zu schweren COVID-19 Krankheitsverläufen beitragen.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25150481/

Andere Wissenschaftler wiederum unterstützen die aufgestellte These eines Zusammenhangs zwischen COVID-19 und AGA: https://www.jaad.org/action/showPdf?pii=S0190-9622%2820%2932262-3

Dass medizinische Daten und Beobachtungen in der Fachwelt kontrovers diskutiert werden ist normal und auch wichtig. Im Verlauf dieses und des kommenden Jahres werden sicherlich neue Untersuchungen zu diesem Thema publiziert werden.

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