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Schuppen auf dem Jackett beim Kundentermin oder auf dem eleganten schwarzen Cocktailkleid bei der Party können ausgesprochen lästig sein.
Hilft das beste Anti-Schuppen-Shampoo nichts, ist hautärztlicher Rat gefragt. Je nach Hauttyp schuppt die Kopfhaut jedes Menschen mehr oder weniger
stark, da sich die Haut ständig erneuert und abgestorbene Hornzellen abstößt. Bilden sich vermehrt Hornzellen und verklumpen, werden diese als
Kopfschuppen sichtbar. Wenn sich eine verstärkte Schuppenbildung nicht innerhalb von vier Wochen durch ein - mildes! – Anti-Schuppen-Shampoo in den Griff bekommen
lässt, sollte man die Ursache beim Dermatologen abklären lassen, empfiehlt Prof. Dr. med. Gerhard Lutz, Hautarzt in Wesseling bei Bonn. Auch Juckreiz,
Rötungen und Verkrustungen an der Kopfhaut sowie plötzlicher Haarausfall sollten ein Grund sein, hautärztlichen Rat zu suchen.
Ganz unterschiedliche Maßnahmen können dann erforderlich werden: Manchmal genügt die richtige Pflege, um die lästigen Schuppen loszuwerden,
nicht selten muss eine Grunderkrankung medizinisch behandelt werden. Wenn trockene Schüppchen vom Kopf rieseln, ist oft eine Neigung zu trockener
Haut die Ursache. Häufige Haarwäschen mit intensivem, entfettendem Shampoo können die Kopfhaut austrocknen, so dass sich vermehrt Hornzellen ablösen.
Nicht selten wird das Haarewaschen noch intensiviert, um die Schuppen loszuwerden, doch dadurch wird die Kopfhaut umso trockener,
schuppt noch mehr und juckt – ein Teufelskreis entsteht. Wird die juckende
Kopfhaut aufgekratzt, kann es zu Entzündungen kommen. Um die
Kopfhaut zu schonen, ist weniger oft mehr, rät Lutz.
Werden bestimmte Inhaltsstoffe von Shampoos oder Haarkosmetika, von
Färbe- und Bleichmitteln nicht vertragen, kann es zu juckenden, schuppenden Hautirritationen und Kontaktallergien kommen. Die verantwortlichen
Substanzen müssen dann dingfest gemacht und künftig gemieden werden.
Entzündliche, schuppende Ekzeme können auch auf eine atopische Dermatitis
(Neurodermitis) hinweisen. Eine Psoriasis (Schuppenflechte) geht mit
dickschuppigen Ablagerungen nicht nur am Kopf, sondern häufig auch an
Ellenbogen und Knien einher. Diese chronischen Hauterkrankungen bedürfen
einer kompetenten hautärztlichen Behandlung.
Patienten, bei denen sich fettige, gelbliche Schuppen bemerkbar machen,
leiden häufig an einem seborrhoischen Ekzem, berichtet Lutz. Ein Provokationsfaktor
kann hier der eigentlich harmlose Hefepilz Malassezia sein, der
auch in der normalen Hautflora vorkommt. Bei erhöhter Talgproduktion der
Haut – beispielsweise aufgrund hormoneller Veränderungen oder Stress
- kann Malassezia vermehrt den Talg in freie Fettsäuren und Lipoperoxide
spalten, die wiederum reizend auf die Kopfhaut wirken sowie die Zellteilung
und die Verhornung beschleunigen. An talgdrüsenreichen Hautarealen wie
Kopf, Augenbrauen oder Nasenfalten führt dieser Hefepilz besonders stark
zu entzündlichen Hautreaktionen, erhöhter Schuppenbildung und Juckreiz.
Vor allem bei Kindern nicht selten sind auch Infektionen der Kopfhaut mit
Pilzen, die von streunenden Hunden und Katzen, aber auch von Haustieren
übertragen werden und sich durch kreisförmige Herde und weißliche
Schuppen bemerkbar machen (Tinea capitis). Solche Infektionen behandelt
der Hautarzt gezielt mit Antipilzmitteln (Antimykotika).
Daneben gibt es eine Reihe weiterer nicht infektiöser und infektiöser Hauterkrankungen,
die sich gleichzeitig auch an der Kopfhaut manifestieren können.
Unklare Veränderungen sollte man daher stets beim Hautarzt abklären
lassen.
Hautarzt-Tipp
Richtige Haarpflege schont die Kopfhaut
• Anti-Schuppen-Shampoo höchstens
vier Wochen lang versuchen
– lassen sich die Schuppen
dann nicht in den Griff bekommen,
einen Hautarzt zu Rate ziehen.
• Keine aggressive Selbstbehandlung
von Schuppen - alkoholische
Tinkturen u.ä. sind tabu!
• Bei Neigung zu trockener Kopfhaut
die Haare nur jeden zweiten
oder dritten Tag bei mäßiger
Wassertemperatur mit einem milden
Shampoo waschen. Dabei so
wenig waschaktive Substanz wie
möglich verwenden und das Haar
gründlich ausspülen.
Meist reicht ein Waschgang aus.
Auf rückfettende Präparate achten.
• Haare nicht zu heiß föhnen, das
schädigt nicht nur die Haare, sondern
trocknet auch die Kopfhaut
aus.
• Bei Ekzemneigung auf Duft-,
Farb- und Konservierungsstoffe
in Haarpflegemitteln verzichten,
die zu Hautirritationen und allergischen
Reaktionen führen können.
• Bei akuten Kopfhautekzemen bis
sechs Wochen nach der Abheilung
auf haarkosmetische Maßnahmen
wie Färben, Tönen oder
Dauerwelle verzichten.
• Mit akuten Ekzemen nicht ins
Schwimmbad oder in die Sauna;
intensive Schweißbildung reizt
die Haut, ebenso Chlorzusätze im
Schwimmbecken. |