sie sind hier: startseite / erkrankungen & behandlung / finasterid

Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie, AGA) des Mannes mit 1 mg Finasterid

Finasterid wird in der Dosierung von 1mg/Tag (Handelspräparat z.B. Finaristo) seit über fünfzehn Jahren in der Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls des Mannes eingesetzt (AGA, androgenetische Alopezie, Alopecia androgentica).

Finasterid hemmmt selektiv das Enzym 5-alpha-Reduktase Typ II und somit die Umwandlung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron zu DHT (Dihydrotestosteron, siehe Abbildung 1). DHT ist neben der erblichen Veranlagung hauptverantwortlich für den androgenetischen Haarausfall. Durch die Hemmung des Enzyms wird der Spiegel von DHT im Serum (Blut) um etwa 70 % gesenkt. Im Rahmen über mehrere Jahre andauernder internationaler Studien an über 1.500 Männern konnte bei etwa 80 % der Anwender ein Stopp des fortschreitenden Haarverlustes und bei etwa 65 % sogar eine Verdichtung der Kopfbehaarung durch eine Verdickung zuvor geschrumpfter Haare erreicht werden. Darüber hinaus wurde in internationalen Multicenterstudien über fünf Jahre gezeigt, dass der Haarausfall über diesen Zeitraum bei 9 von 10 Männern gestoppt werden kann und mehr als 6 von 10 Männern eine Zunahme der Haardichte erfahren.

Finasterid blockiert das Enzym 5-alpha-Reduktase, wodurch kein Dihydrotestosteron (DHT) mehr entstehen und sich schädlich auf das Haarwachstum auswirken kann.
Abbildung 1: Wirkungsweise von Finasterid

Bedingt durch die Dauer des natürlichen Haarzyklus ist eine Therapie von mindestens 3-6 Monaten erforderlich, bevor eine Besserung sichtbar wird. Wird die Behandlung beendet, so nimmt der Haarausfall wieder seinen durch die erbliche Veranlagung vorbestimmten Verlauf. Die Einnahme des Präparates muss daher dauerhaft mit einer Tablette (1 mg Finasterid) erfolgen, zumindest solange ein Effekt an der Kopfhaut erzielt werden soll. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist während dieser Zeit unbedingt erforderlich.

Unerwünschte Wirkungen auf die Sexualfunktion traten im Rahmen der Studien bei weniger als 4% der Behandelten auf und waren während der Behandlung gewöhnlich vorübergehend oder verschwanden zumindest nach Abbruch der Behandlung.

Tabletten mit Finasterid sind verschreibungspflichtig. Die Kosten der Behandlung werden jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen, da der anlagebedingte Haarausfall des Mannes nicht als Erkrankung im engeren Sinne und die Behandlung damit als "Lifestyle" eingestuft wurde. Der verschreibende Arzt muss hier also ein sogenanntes Privatrezept ausstellen. Die Therapie ist ausschließlich für Männer geeignet. Kinder, Frauen und besonders Schwangere dürfen Finasterid nicht einnehmen.

Informationen zur Behandlung von Männern der Altersgruppe 41 bis 60 Jahre mit 1 mg Finasterid/Tag finden Sie in diesem Bericht aus der Rubrik "Aktuelles" vom 5. Mai 2003.

Die Inhalte von Haarerkrankungen.de können und sollen keinen Arztbesuch ersetzen und stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation oder Selbstdiagnose dar. Die Informationen dieser Webseiten inklusive der Expertenräte sollen zur Erlangung zusätzlicher Informationen zu einer bereits gestellten Diagnose oder zur Vorbereitung eines Arztbesuches dienen. Empfehlungen hinsichtlich Diagnoseverfahren, Therapieformen, Medikamenten oder anderer Produkte werden nicht gegeben.
Bitte lesen Sie hierzu die Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss.
© 2016 medical project design GmbH