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Weitere Ursachen von diffusem Haarausfall

Auch Infekte mit hohem Fieber wie z.B. eine starke Grippe und Operationen in Vollnarkose können zu einem diffusen Haarausfall führen. Durch die damit verbundenen Veränderungen im Körper kann die Wachstumsphase (Anagenphase) vieler Haarfollikel unterbrochen werden. Diese Haarfollikel treten dann gemeinsam in die Ruhe bzw. Ausfallsphase (Telogenphase) ein. Die Telogenphase wiederum dauert meistens 3-4 Monate, weshalb es dann mit einer zeitlichen Verzögerung von 3-4 Monaten nach dem auslösenden Ereignis zu Haarausfall kommt. Der Haarausfall reguliert sich in der Folgezeit innerhalb mehrerer Wochen bis Monate wieder von selbst. Alle verlorenen Haare wachsen wieder nach, da auf jedes ausgefallene Telogenhaar wieder ein Anagenhaar folgt.

Unsere Haarfollikel gehören mit zu den teilungsaktivsten Zellen des Körpers. Hierfür ist ein hoher Stoffwechselumsatz erforderlich, der seinerseits Nährstoffe (Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate), Vitamine und Spurenelemente benötigt. Vielfach können von diesen Substanzen keine Depots gebildet werden, der Körper ist dann auf eine kontinuierliche Zufuhr angewiesen. In Mangelsituationen kann es daher zu diffusem Haarausfall kommen. In den reichen Industrienationen sind echte "Mangelzustände" jedoch eine Seltenheit und Haarausfall in den meisten Fällen nicht ernährungsbedingt. Eine Ausnahme bildet hier der diffuse Haarausfall bei Eisenmangel, der relativ häufig ist und durch Ernährungsfaktoren mitbedingt sein kann. Oft wird bei Haarausfall Biotin (Vitamin H) oder Zink als Selbstmedikation nach Apothekenbesuchen eingenommen. Außer bei bestimmten seltenen Erkrankungen oder bei nachgewiesenem erworbenem Nährstoffmangel hat die Einnahme von Zink oder Biotin aber keinen gesicherten Behandlungseffekt.

Nährstoffaufnahmestörungen infolge Darmoperationen und chronischen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) können ein allgemeines Nährstoffdefizit bedingen, dass zum Ausdünnen und schließlich zum Ausfallen der Kopf- und Körperbehaarung führen kann. Nährstoffmangelsymptome treten darüber hinaus mitunter bei chronischem Alkoholismus und im Rahmen künstlicher Ernährung auf. Einseitige oder übermäßige Diätkuren (Crash-Diäten) können einen Haarausfall bedingen, der oft auch Monate nach Beenden der Diät noch anhält. Auch Essstörungen wie z.B. die Magersucht können eine Ursache von verstärktem Haarverlust infolge allgemeiner Mangelernährung sein.

Auch im Rahmen chronischer Erkrankungen kann es zu diffusem Haarausfall kommen. Im besonderen sind hier chronische Leber- und Nierenerkrankungen sowie Infektionserkrankungen wie Typhus, Tuberkulose, Syphilis und AIDS zu nennen. Akute Vergiftungen durch Umweltgifte wie z.B. Blei, Thallium, Cadmium, Arsen, Kupfer, Quecksilber sind hierzulande Seltenheiten, können aber zum Auftreten eines diffusen Haarausfalls führen. Bei den genannten Erkrankungen oder Vergiftungen wird der Haarausfall jedoch nicht als alleiniges Symptom, sondern eventuell als Begleiterscheinung im Rahmen der Gesamtsymptomatik auftreten.

Eine weitere mögliche Ursache für massiven diffusen Haarverlust ist ein diffuser kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata). Diese ist häufig schwer zu diagnostizieren. Hilfreich ist eine genaue Erhebung der Krankengeschichte, aus der der Verlauf des Haarverlustes (rasch/langsam, Verteilung etc.) ersichtlich wird. Eine genaue Inspektion des Kopfes lässt manchmal doch kleine kreisrunde kahle Areale erkennen, was die Diagnose nahe legt. Im Zweifelsfall kann eine Biopsie aus der Kopfhaut gewonnen werden, die mikroskopische Untersuchung des Hautstückes führt dann meist zur Diagnose. Oft können auch Veränderungen der Nägel einen Hinweis geben.

Insbesondere bei diffusem Haarausfall sind eine genaue ärztliche Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) und individuelle diagnostische Maßnahmen wie z.B. Laboruntersuchungen erforderlich. Eine Differenzierung der Ursache für diffusen Haarausfall ist mittels einer Haarwurzelstatusanalyse (Trichogramm) nicht möglich. Hierdurch lässt sich lediglich der in den nächsten Wochen bzw. Monaten zu erwartende Haarausfall in etwa abschätzen.

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