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Diffuser Haarausfall und Eisenmangel

Eine Verminderung der Eisenreserven im Körper kommt als mögliche Ursache eines diffusen Haarausfalls in Betracht. Von diffusem Haarausfall spricht man, wenn die gesamte Kopfhaut - ohne erkennbares Ausfallsmuster - betroffen ist.

Häufige Ursachen eines Eisenmangels sind Blutverluste (Monatsblutung, Operationen oder Blutungen aus dem Magen-Darm Trakt) mangelhafte Eisenzufuhr wie bei streng vegetarischer oder hypokalorischer Kost, verschiedene Magen-Darmerkrankungen oder erhöhtem Eisenbedarf wie in der Schwangerschaft, Stillzeit oder in der Wachstumsperiode. Eine Übersicht über mögliche Ursachen eines Eisenmangels gibt Abbildung 1.

Zur Diagnostik eines Eisenmangels bestimmt der Haus- oder Hautarzt das Blutbild, den Eisenspiegel im Blut und den Ferritinwert. Das Ferritin kann als Indikator des Füllungsgrades der Eisenspeicher im Körper interpretiert werden. In einer Studie aus dem Jahr 2002, vorgestellt auf der Tagung der European Hair Research Society, wurden 5.019 Frauen zwischen 34 und 61 Jahren per Fragebogen eingeteilt in Gruppen mit mäßigem, starkem und keinem Haarausfall. Die Auswertung der Ergebnisse von Blutuntersuchungen zeigte dabei: Frauen mit starkem Haarausfall hatten durchschnittlich einen eindeutig niedrigeren Wert für Ferritin. Die genauen Zusammenhänge zwischen niedrigen Ferritinwerten und Haarausfall sind letztendlich noch unklar. Im Einzelfall muss der behandelnde Arzt aufgrund aller erhobenen Befunde entscheiden, ob entleerte Eisenspeicher mit dem Haarausfall in Verbindung stehen können.

Die Therapie des Eisenmangels erfolgt im Allgemeinen durch die innerliche Gabe von Eisenpräparaten. Ist der Ferritinspiegel deutlich erniedrigt, muss eine Eisentherapie häufig über mehrere Monate durchgeführt werden, bis die Eisenvorräte wieder aufgefüllt sind. Die Angaben, welcher Ferritinwert hierbei letztendlich erreicht werden sollte, liegt je nach Autor zwischen 40 und 70 γg/l. Eine spezielle Eisendiät gibt es nicht und wäre auch nicht sinnvoll. Es genügt, sich ausgewogen zu ernähren. Um den Eisenhaushalt im Gleichgewicht zu halten, helfen bei den erwähnten Risikogruppen der Konsum von Fleisch, Fisch und Vitamin C-reicher Kost. Exzessiver Kaffee- und Teegenuss sowie fast ausschließlicher Konsum von Molkereierzeugnissen hingegen können einen Eisenmangel verstärken.

Lesen Sie zum Thema "Eisenmangel und diffusem Haarausfall" auch den Bericht in der Rubrik Aktuelles vom 31. Januar 2006.

Ursachen von Eisenmangel

Erhöhter Eisenbedarf:
· Wachstumsalter (Kleinkindesalter, Jugendalter)
· Schwangerschaft

Ungenügende Eisenzufuhr in der Nahrung:
· Kleinkinder; fleisch- und gemüsearme Kost
· Jugendalter: unregelmäßige Eßgewohnheiten, junk food
· Im höheren Alter: schlechter Kauapparat, apathisches Verhalten
· Einseitige Diäten und Ernährungsgewohnheiten

Verminderte Eisenaufnahme über den Magendarmtrakt:
· Zustand nach chirurgischer Magenverkleinerung oder -entfernung
· verminderte Magensäurebildung
· Chronische Durchfälle
· Chronische entzündliche Darmkrankheiten

Eisenverluste:
· Monatsblutung (vor allem in Verbindung mit Spirale)
· Sonstige gynäkologische Blutungen

Blutverluste über den Magendarmtrakt (häufigste Ursachen):
· Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
· Zwerchfellbruch
· Divertikulose
· Magen-, Darmkrebs
· Befall des Darms mit Hakenwürmern (Tropen)

Seltene Blutungsursachen:
· Blutende Gefäßfehlbildungen des Darms
· Störungen der Blutgerinnung (Blutplättchen)

Abbildung 1: Ursachen von Eisenmangel

Aus "Hauptsache Haar" von Ralph M. Trüeb und Doris Lier mit freundlicher Genehmigung des Rüffer&Rub Verlages, Zürich.
304 Seiten, ISBN 3-907625-13-7, EUR 53,40/CHF 78,00

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