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Die Haare in der Wachstumsphase (Anagenphase) sitzen tief in der Haut an der Grenze von Lederhaut und Fettgewebe verankert. Ein Haar ist immer vergesellschaftet mit einem Haarbalgmuskel und einer Talgdrüse. Durch den Zug des Muskels ist das Haar in der Lage, sich aufzurichten. Das ist zum Beispiel bei "Gänsehaut" gut zu beobachten. Die Talgdrüse wiederum sorgt dafür, dass das Haar und die angrenzenden Hautschichten geschmeidig gehalten werden. Eine zu starke Aktivität der Talgdrüsen kann zu fettigem Haar führen, eine verminderte Produktion von Talg zu stumpfem und trockenem Haar.
Am unteren Ende des Haares ragt ein kleiner Hautzapfen in das Haar
hinein. Dieser Zapfen wird als "Papille" bezeichnet und erfüllt wichtige
Funktionen in der Versorgung des Haare mit Nährstoffen und Botenstoffen.
Dieser Bereich und auch die Zellen der angrenzenden Regionen
("Tassenzellen") sind bedeutend für die Steuerung des Haarwachstums und
somit Ziel zahlreicher Untersuchungen für Haarwuchspräparate der Zukunft.
Je nach Lebensalter und Körperareal sind auf der Haut unterschiedliche
Haartypen zu finden:
- Lanugohaar Dies sind die Haare des ungeborenen Kindes im
Mutterleib. Nach der Geburt werden die Lanugohaare durch Vellus- und
später durch Intermediär- und durch Terminalhaare ersetzt. Lanugohaare
sind kurz, weich und ungefärbt.
- Vellushaar Vellus- oder Wollhaare bilden die Körperbehaarung bis
zur Pubertät. Auch Vellushaare sind dünn und haben weitgehend kein
Pigment.
- Intermediärhaar Diese Haare nehmen hinsichtlich Größe und Dicke eine Zwischenposition zwischen Vellushaaren und Terminalhaaren ein.
- Terminalhaar Terminalhaare sind die individuell gefärbten, dicken
und langen Haare, die an der Kopfhaut, den Brauen und den Wimpern schon
seit der Geburt bestehen.
Das Vellushaar wird am Körper bei Männern ab der Pubertät zu etwa 90%
schrittweise in Intermediär- und dann Terminalhaare umgewandelt. Bei
Frauen jedoch sind dies nur ca. 35%. Tritt bei Frauen am Körper eine über
dieses Maß hinaus gehende Umwandelung in Terminalhaare auf, spricht man
je nach Art der vermehrten Behaarung von Hypertrichose oder Hirsutismus. Am behaarten Kopf kann es bei Männern und Frauen zu einem umgekehrten Prozess kommen. Terminalhaare wandeln sich bei entsprechender genetischer Empfindlichkeit wieder in Intermediärhaare und Vellushaare um ("Miniaturisierung"), bis hin zum vollständigen Verschwinden des Haares. Dieser Vorgang wird als anlagebedingter Haarausfall oder androgenetische Alopezie bezeichnet.
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