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Haarschaftstrukturveränderungen

Eine verstärkte Haarbruchneigung, Haarglanzverlust, Haarfarbänderung oder Formauffälligkeiten wie Kräuseln und Haarstarre können Hinweise auf eine Haarschaftstrukturveränderung sein. Medizinisch werden Haarstruktur-veränderungen als "Haarschaftanomalien" bezeichnet. Haarschaftanomalien können die Folge äußerer schädigender Einflüsse sein oder auf angeborene Erkrankungen hinweisen, die mit Veränderungen der Haut oder anderer Organe vergesellschaftet sein können. Bei Säuglingen bzw. Kleinkindern können Haarschaftveränderungen auch ein erstes Anzeichen einer angeborenen Stoffwechselerkrankung sein. Zur Klärung eventueller Zusammenhänge müssen dann der Kinderarzt und der Hautarzt aufgesucht werden.

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Haarschaftanomalien, die an dieser Stelle nicht vollständig aufgeführt werden können. Zudem kommen die meisten Veränderungen nur selten vor. Der häufigste Haarschaftdefekt mit erhöhter Brüchigkeit des Haares ist die Trichorrhexis nodosa. Bei dieser Haarschaftanomalie berichten die Betroffenen zumeist über glanzloses und trockenes Haar. Bei genauerer Betrachtung mit dem bloßen Auge fallen jedoch kleine helle Knötchen im Bereich der Haarschäfte auf (Abbildung 1). Die Betrachtung unter dem Mikroskop lässt kleine faserige "Bruchstellen" der Haarschäfte erkennen, die zwei aufeinandergesteckten Pinseln ähneln (Abbildung 2). Die Trichorrhexis nodosa ist zumeist die Folge äußerer schädigender Einflüsse. Daneben gibt es seltene angeborene Formen.

Folgende äußere schädigende Einflüsse kommen als Ursache von Haarstrukturstörungen in Betracht:

  • mechanische Einwirkungen (intensives Kämmen, Bürsten, Toupieren, Ziehen durch Gummibänder)
  • chemische Schädigungen (Tönen, Färben, Bleichen, Dauerwellen, häufiges Waschen mit alkalihaltigen Shampoos)
  • physikalische Einflüsse (übermäßige Hitzeeinwirkung durch Föhnen, intensive Sonnen- oder Solarieneinwirkung, UV-Bestrahlung)

Abbildung 1: Trichorrhexis nodosa mit Bruchknötchen an den Haaren

Abbildung 2: Trichorrhexis nodosa unter dem Mikroskop

Beide Abbildungen aus: "Haarprobleme" von Hannsotto Zaun und Dorothee Dill-Müller, mit freundlicher Genehmigung

Zur Klärung, ob eine medizinisch definierte Haarschaftstrukturveränderung vorliegt, muss eine Hautärztin oder ein Hautarzt aufgesucht und ein Trichogramm zur Untersuchung der Haarschäfte durchgeführt werden. Unter dem Mikroskop kann man je nach Art der Haarschaftanomalie knotige oder spindelige Auftreibungen der Haare, Brüche, Stauchungen, Verdrehungen, Spaltungen, Verfilzungen, Ringelungen oder Blasenbildungen in den Haarschäften erkennen.

Bei strukturgeschädigtem Haar richtet sich die Behandlung in erster Linie nach den Ursachen. Insofern diese in äußeren schädigenden Einflüssen zu suchen sind, müssen belastende kosmetische Maßnahmen wie Färben, Bleichen oder Dauerwellen reduziert werden. Gleichzeitig ist eine besonders schonende, alkaliseifenfreie Haarpflege zu empfehlen.