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Allgemeines zur Alopecia androgenetica der Frau

Haarausfall hat jeder Mensch. Bis zu 100 Haare verlieren wir pro Tag und bilden sie natürlich auch wieder neu. Nicht wenige Frauen haben vorübergehend verstärkten Haarwechsel, ohne dass es zu einer dauerhaften Haarausdünnung kommt, da für jedes ausgefallene Haar ein neues aus der gleichen Wurzel nachwächst. Viele Menschen haben einen saisonal verstärkten Haarausfall ("Fellwechsler"), der sich aber regelmäßig von selbst wieder reguliert. Der anlagebedingte Haarausfall (Alopecia androgenetica oder androgenetische Alopezie, abgekürzt AGA), also die vererbte, sichtbare typische Ausdünnung der Kopfhaardichte, wird manchmal von verstärktem Haarausfall begleitet, manchmal auch nicht. Die androgenetische Alopezie der Frau verläuft in den meisten Fällen nach dem von Ludwig beschrieben Mittelscheitelmuster (siehe Abbildung 1). Zu den möglichen Verläufen der AGA der Frau haben wir einen separaten Informationstext zusammengestellt.

Haarlichtungsmuster bei der Frau nach Ludwig - Stadium 1 Haarlichtungsmuster bei der Frau nach Ludwig - Stadium 2 Haarlichtungsmuster bei der Frau nach Ludwig - Stadium 3

Abbildung 1:
Haarlichtungsmuster bei der Frau nach Ludwig

Anders als allgemein vermutet finden sich beim anlagebedingten Haarausfall nur selten erhöhte Spiegel an männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) im Blut betroffener Frauen. Zugrunde liegt eine erhöhte Empfindlichkeit der Haarwurzeln auf die Androgene. Alle anderen Blutuntersuchungen sind in der Regel normwertig. Wenn jedoch noch weitere Zeichen der Vermännlichung sichtbar sind (zum Beispiel Bartwuchs oder kräftiger Körperbau), können Hormonuntersuchungen sinnvoll sein. In seltenen Fällen können androgenproduzierende Tumoren der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde entsprechende Veränderungen bedingen.

Die Diagnose eines anlagebedingten Haarausfalls wird vom Hautarzt durch das klinische Erscheinungsbild einer möglichen Haarlichtung und gegebenenfalls durch eine Trichogrammuntersuchung (Haarwurzeluntersuchung) gestellt. Im Zweifelsfall kann auch eine Kopfhautbiopsie (Hautprobe aus der Kopfhaut) entnommen und mikroskopisch untersucht werden. Der langfristige Verlauf der Alopecia androgenetica ist nicht vorhersehbar. Sie kann zeitweilig zum Stillstand kommen und dann wieder einen aktiven Schub durchlaufen. Welche Ausprägung im Einzelfall eintreten wird, hängt von der ererbten Veranlagung ab. Die Alopecia androgenetica ist nicht die Folge einer Infektionskrankheit oder einer anderen körperlichen Störung. Auch die immer wieder vermutete Auslösung durch "Stress" trifft hier nicht zu. Eine "schleichende Vergiftung" z.B. durch Umweltschadstoffe oder Chemikalien am Arbeitsplatz liegt ebensowenig vor wie eine "Ernährungsstörung". Durch eine Änderung von Lebensweise und Ernährung lässt sich der Verlauf der androgenetischen Alopezie nicht beeinflussen. Eiweißreiche Kost oder die Einnahme von Multivitaminpräparaten, Eisentabletten, Gelatinekapseln, Kieselerde, Hefetabletten usw. sind daher überflüssig.

Bei einer androgenetischen Alopezie ist es unerheblich, ob das Haar lang oder kurz getragen wird. Auch die Häufigkeit des Haareschneidens, die Art der Kopfbedeckung oder das Tragen einer Perücke ist ohne Bedeutung für den weiteren Verlauf. Kosmetische Pflegemaßnahmen haben keinen Einfluss auf den Verlauf des anlagebedingten Haarausfalls, können jedoch die aktuelle Ausprägung des Befundes beeinflussen. Eine zu häufige oder übermäßig starke Anwendung von Haarsprays, Haartönungen, Dauerwellen, Haarfärbungen oder Blondiermitteln können den Haarschaft beeinflussen und gegebenenfalls zu einer zusätzlichen Schädigung des Haares führen. Trotzdem sollten Frauen mit androgenetischer Alopezie hierbei keine übermäßigen Bedenken haben, sondern das Haarstyling vielmehr ganz bewusst einsetzen, um das kosmetische Ergebnis zu optimieren. So kann z.B. durch Frisurenwahl und durch geschickte Anwendung von Dauerwellen und Haarsprays dem Haar eine vermehrte Fülle gegeben werden, um die Haarausdünnung im Scheitelbereich zu verdecken.

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