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Saisonaler Haarausfall bei gesunden Frauen
7. Juni 2009 - Dr. Daniela Kunte

Ist sich wiederholender Haarverlust bei sonst gesunden Frauen abhängig von der Jahreszeit? Dieser Fragestellung ging eine aktuelle Studie nach, veröffentlicht in der Fachzeitschrift „Dermatology“ (Kunz M, Seifert B, Trüeb RM: Seasonality of hair shedding in healthy women complaining of hair loss. April 2009).

Der Haarfollikel befindet sich in einem konstanten Zyklus von Wachstums- (Anagenstadium), Rückblidungs- (Katagenstadium) und Ruhe- bzw. Ausfallsphasephase (Telogenstadium). Die Länge der einzelnen Zyklusphasen ist unterschiedlich. Die Haare der Kopfhaut verbleiben 2-6 Jahre in der Anagenphase, die Telogenphase dauert ungefähr 100 Tage. Jeder Haarfollikel besitzt seinen eigenen vorgegebenen Kontrollmechanismus und wird durch die nachfolgenden Phasen beeinflusst. Hierbei nehmen innerliche (z. B. Hormone) und äußerliche Faktoren (z. B. Medikamente) Einfluss.

Zur Abklärung eines verstärkten Haarausfalls gehört die Anamnese vorausgegangener Ereignisse (z. B. Schwangerschaft/ Geburt, schwere Infekte), Untersuchung der Kopfhaut, Muster des Haarausfalls, Ergebnis eines Zugtests mit Untersuchung der Haarwurzeln (Trichogramm) und gegebenenfalls verschiedene Bluttests. Nach der Diagnosestellung kann meist gezielt behandelt werden, z. B. Haarverlust bedingt durch Eisenmangel, Stoffwechsel- (z. B. Diabetes) oder hormonelle Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenerkrankungen), Hauterkrankungen (z. B. Lupus erythematodes), verschiedene chronische Infektionserkrankungen oder medikamentös bedingter Haarausfall.

Um die Hypothese zu überprüfen, ob saisonale Einflüsse auf das menschliche Haarwachstum bei ansonsten gesunden Frauen zu periodischem Haarausfall führen können, wurde in der rückblickenden Fallstudie unter der Leitung von Prof. Ralph Trüeb von der Universität Zürich mit der Trichogramm-Technik die Telogenphase zur Jahreszeit in Beziehung gesetzt.

Für die aktuelle Studie wurden die Trichogramme von 832 gesunden Frauen (mittleres Alter 44,3 Jahre) über eine Periode von sechs Jahren untersucht (Zeitraum September 2001 bis August 2007). In routinemäßigen Untersuchungen wurden andere mögliche Ursachen eines vermehrten Haarwechsels überprüft und ausgeschlossen. Für das Trichogramm wurden ungefähr 50 Haare am Vorder- und Hinterkopf gezupft und untersucht.

Die Analyse der Trichogramme zeigte eine jahreszeitliche Abhängigkeit im Wachstum und Ausfall der Haare. Eine maximale Anzahl an Telogen-Haaren, als Hinweis auf erhöhten Haarwechsel in den kommenden Wochen bzw. Monaten, fand sich im Monat Juli. Ein zweiter, etwas weniger markanter Gipfel schien in der Studie im Frühjahr (April) vorzuliegen. Am niedrigsten war die Telogen-Rate im späten Winter (Februar). Eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen wäre der Übergang von wenig Tageslicht im Herbst und Winter zu viel Tageslicht im Frühjahr und Sommer. Zusammenfassend bestätigen diese Ergebnisse mit einer repräsentativen Anzahl von Frauen die Untersuchungen früherer Autoren, die bereits saisonale Schwankungen im Haarwachstum erkennen ließen.

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