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Finasterid und Haartransplantation
2. November 2005 - Dr. Jens Meyer

1 mg Finasterid (Handelspräparat Propecia) wird seit vielen Jahren erfolgreich in der Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie) des Mannes eingesetzt. Das primäre Ziel der Behandlung ist das Stoppen des fortschreitenden Haarverlustes und der Ausbreitung der Haarlichtung. Bei einer einjährigen Therapie mit Propecia war im Rahmen großer internationaler Studien festgestellt worden, dass der Haarausfall bei etwa 85 % der Männer gestoppt werden konnte, bei 66 % der Männer kam es zu einer Verdichtung der Haare. Im Rahmen internationaler Multicenterstudien über fünf Jahre konnte gezeigt werden, dass der Haarausfall über diesen Zeitraum bei 9 von 10 Männern gestoppt werden konnte. Bei mehr als 6 von 10 Männern wurde eine Zunahme der Haardichte gemessen. Eine aktuelle Studie befasste sich nun mit der Anwendung von Finasterid im Rahmen einer Haartransplantation (Leavitt M, Lt Col Ret David PM, Rao NA, Barusco M, Kaufman KD, Ziering C. Dermatol Surg. 2005 Oct; 31 10: 1268-76 ).

Bei einer Haartransplantation werden die eigenen Kopfhaare umverteilt. Haare aus dem Hinterkopfbereich werden mikrochirurgisch in die kahlen Flächen tranplantiert, zum Beispiel in die Geheimratsecken. Es werden also keine neuen Haare erzeugt, sondern es werden die vorhandenen Haare der Hinterkopfregion zur Auffüllung des Haarbestandes in den gelichteten Bereichen benutzt. Die Haare des Hinterkopfbereiches besitzen keine erbliche Empfänglichkeit für eine Glatzenbildung und bleiben daher auch nach der Haarverpflanzung lebenslang erhalten. Nach der Haartransplantation kann es jedoch zu einer erneuten Lichtung des Haarbestandes in der Umgebung der transplantierten Haare kommen. In diesen Fällen kann dann eine erneute Transplantation zur Auffüllung der neu enstandenen Lichtungen erforderlich werden. Die aktuelle Studie hatte sich zum Ziel gesetzt herauszufinden, ob durch die Einnahme von 1 mg Finasterid das Auftreten erneuter Haarlichtungen verhindert werden kann.

Im Rahmen der Untersuchungen begannen 40 Männer zwischen 20 und 45 Jahren 4 Wochen vor der Haartransplantation mit der Einnahme von Finasterid. 39 Männer erhielten zur Kontrolle ein Placebo, also eine Tablette ohne Wirkstoffgehalt. Der Erfolg der Behandlung wurde durch Übersichtphotographien und durch Spezialaufnahmen zur Haarzählung überprüft. 12 Monate nach der Haartransplantation zeigten beide Messmethoden eine Zunahme der Haardichte in der Umgebung der transplantierten Haare in der Finasterid-Gruppe im Vergleich zur Placebo Gruppe. Die Wissenschaftler schlossen aus den Ergbenissen, dass eine Haartransplantation sinnvoll durch die Einnahme von 1 mg Finasterid/Tag ergänzt werden kann.

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