Haarerkrankungen.de

sie sind hier: startseite / aktuelles

Aktuelles

Haarausfall und Stress
12. August 2005 - Dr. Jens Meyer

Haarausfall, vor allem wenn er vorzeitig eintritt, kann psychosoziale Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität der Betroffenen haben. Stress wird in diesem Zusammenhang immer wieder als negativer Einfluss diskutiert. Dennoch fehlten bislang handfeste wissenschaftliche Beweise für einen haarwuchshemmenden Effekt von Stress und es stellt sich die Frage, wie erhöhte Stresswahrnehmung überhaupt die Haut und den Haarfollikel erreichen kann. Vor diesem Hintergrund berichtete Prof. Dr. Eva Peters von der Abteilung für Psychoneuroimmunologie der Universitätsklinik Charité in Berlin auf der 11. Jahrestagung der Europäischen Haarforschergesellschaft (EHRS) in Zürich über die biologischen Zusammenhänge von Haarausfall und Stress:

"Vor dem Hintergrund der modernen Stress-Neuroimmunologie müssen Stresseffekte am Haarfollikel über definierte neurobiologische und/oder neuroimmunologische Signalbahnen vermittelt werden. Neue Ergebnisse aus dem Mäusemodell bringen jetzt etwas Licht in diese Zusammenhänge. Jeder Haarfollikel wird von einem dichten Nervenfasernetzwerk umgeben. Dieses Nervenfasernetzwerk enthält neuronale Botenstoffe, wie zum Beispiel das Neuropeptid Substanz P (SP) oder den Neurotransmitter Noradrenalin (Na). Während der lebenslang wiederkehrenden Umbauprozesse am Haarfollikel, dem Haarzyklus, schwankt die Zahl dieser Nervenfasern ebenso wie die Häufigkeit von Kontakten zu ortständigen Immunzellen, den Mastzellen. Diese Schwankungen haben einen Einfluss auf das Haarwachstum.

Das Neurotrophin Nerve Growth Factor (NGF) reguliert die Versorgung der Haut mit Nervenfasern und ist ebenfalls ein starker Haarwuchsmodulator. Wir konnten darstellen, dass wahrgenommener Stress die Zahl von SP-Nervenfasern und die NGF-Menge in der Maushaut erhöht. Eine Reaktion, die mit dem Auswachsen neuer Nervenendigungen einhergeht. Tritt diese Steigerung der Versorgung der Haut mit Nervenfasern während des Übergangs von Haarfollikeln aus der Wachstumsphase (Anagen) in die Übergangssphase (Katagen) auf, so kommt es zu einer Aktivierung der Mastzellen, neurogener Entzündung in der Umgebung des Haarfollikels, programmiertem Zelltod im Haarfollikelepithel (Apoptose) und schliesslich zum vorzeitigen Stopp des Haarwachstums. Überraschenderweise können diese Effekte im Mausmodell durch die Gabe von Minoxidil unterdrückt werden. Zusammengefasst kann Stress also eine Kaskade von molekularen Ereignissen auslösen, die zu Entzündungen am Haarfollikel führen und so zum Haarausfall beitragen. Den Mediatoren NGF und SP kommt hierbei eine Schlüsselfunktion zu, die in Zukunft vielleicht therapeutisch genutzt werden kann."

Weitere News-Beiträge

2005
Archiv
2022 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2022 anzeigen
2021 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2021 anzeigen
2020 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2020 anzeigen
2019 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2019 anzeigen
2018 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2018 anzeigen
2017 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2017 anzeigen
2016 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2016 anzeigen
2015 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2015 anzeigen
2014 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2014 anzeigen
2013 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2013 anzeigen
2012 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2012 anzeigen
2011 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2011 anzeigen
2010 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2010 anzeigen
2009 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2009 anzeigen
2008 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2008 anzeigen
2007 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2007 anzeigen
2006 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2006 anzeigen
2004 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2004 anzeigen
2003 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2003 anzeigen
2002 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2002 anzeigen
2001 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2001 anzeigen
2000 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2000 anzeigen
Die Inhalte von Haarerkrankungen.de können und sollen keinen Arztbesuch ersetzen und stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation oder Selbstdiagnose dar. Die Informationen dieser Webseiten inklusive der Expertenräte sollen zur Erlangung zusätzlicher Informationen zu einer bereits gestellten Diagnose oder zur Vorbereitung eines Arztbesuches dienen. Empfehlungen hinsichtlich Diagnoseverfahren, Therapieformen, Medikamenten oder anderer Produkte werden nicht gegeben.
Bitte lesen Sie hierzu die Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss. und beachten Sie unsere Datenschutzerklärung
© 2022 medical project design GmbH