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Behandlung von unerwünschtem Haarwuchs bei Frauen

17. Juni 2005 - Dr. Jens Meyer

Auf der 43. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) im April 2005 berichtete Fr. Prof. Ulrike Blume-Peytavi von der Klinik für Dermatologie an der Charite in Berlin über das Thema "Unerwünschter Haarwuchs bei Frauen - Neue Behandlungsmöglichkeiten".

Im Alter von 18 - 45 Jahren sind ca. 2-10% der Frauen von Hirsutismus, ca. doppelt soviel von einer Hypertrichose betroffen. Als Hypertrichose bezeichnet man eine vermehrte Behaarung an Lokalisationen, die nicht dem männlichen Behaarungsmuster entsprechen. Hirsutismus nennt man eine dem männlichen Behaarungsmuster entsprechende Körper- und Sexualbehaarung bei der Frau, also Wachstum von Haaren z.B. im Oberlippen- und Kinnbereich, zwischen den Brüsten und um die Brustwarzen, an den Schultern, an den Oberschenkelinnenseiten, an der Mittellinie des Bauches und eventuell den Zehenrücken. Ob es sich dabei um Ausdruck einer eventuell medikamentös zu behandelnden Erkrankung oder lediglich um ein kosmetisches "Problem" handelt, muss im Einzelfall geklärt werden, wie in der Rubrik Erkrankungen und Behandlung auf dieser Website näher erläutert wird.

In ihrem Vortrag betonte Fr. Prof. Blume-Peytavi, dass in der äußerlichen Behandlung unerwünschter Behaarung vor allem den "sichtbaren" Regionen wie dem Gesicht eine besondere Rolle zukommt. Gängig seien hier die Eigenbehandlungen mit Rasur, Wachsepilation und die Verwendung von Haarentfernungscremes. Der Nachteil dieser Methoden liege jedoch darin, dass nach kurzer Zeit ein Wiederwachstum zu verzeichnen sei und Irritationen der Haut häufig sind. Die Elektrokoagulation, also das Entfernen von Haaren mit der elektrischen Nadel, bringe zwar ein längerfristiges Resultat, die Anwendung sei jedoch durch Schmerzhaftigkeit und viel Zeitaufwand begrenzt. Mit einer Laserbehandlung könne eine deutliche Reduktion des Haarwachstums erreicht werden, so die Referentin. Geeignet zur Laserbehandlung seien allerdings nur dicke und dunkle Haare.

Ein relativ neues Verfahren zur Behandlung verstärkter Behaarung an Oberlippe, Wangen und Kinn ist die Creme mit dem Wirkstoff Eflornithin (Handelspräparat Vaniqa). Der Wirkstoff Eflornithin hemmt das Enzym Ornithindekarboxylase, das die Reaktion von Ornithin zu Putrescin katalysiert. In zwei großen randomisierten und plazebokontrollierten Studien an insgesamt 596 Frauen mit verstärktem Haarwachstum im Gesicht konnte gezeigt werden, dass zweimal täglich äußerlich aufgetragene Eflornithin-Creme in der Lage ist, das Haarwachstum zu hemmen. Zu der neuen Behandlungsmöglichkeit mit Vaniqa Creme stehen bereits ausführliche Informationen in der Rubrik Erkrankungen&Behandlung bereit.

Ergänzend dazu berichtete Fr. Prof. Blume-Peytavi über die Möglichkeit einer kombinierten Anwendung von Vaniqa Creme und gepulstem Dioden-Laser. In einer über 6 Monate andauernden Anwendungsbeobachtung war die Kombinationsbehandlung einer alleinigen Lasertherapie überlegen. Vaniqa könne darüber hinaus auch bei hellen und grauen Haaren angewendet werden, bei denen eine Laserbehandlung nicht in Frage kommt. Abschließend empfahl die Referentin, bei der Anwendung von Vaniqa 15 Minuten zu warten, bevor andere Cremes im Gesicht aufgetragen werden.


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