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Erhöhter Haarwechsel während einer Therapie mit Minoxidil 2% und 5%

23. September 2005 - Prof. Wolff, Dr. Kunte, Dr. Meyer

Im Expertenrat von Haarerkrankungen.de stand zuletzt ein interessantes Thema wiederholt im Blickpunkt: Woran kann es liegen, wenn während einer Therapie des anlagebedingten Haarausfalls mit Regaine Frauen oder Regaine Männer plötzlich verstärkter Haarausfall auftritt, bzw. der Haarausfall nach anfänglicher Besserung wiederkehrt? Im Wesentlichen lassen sich hier 3 Phasen unterscheiden, in denen 3 verschiedenen Ursachen im Vordergrund stehen:

Phase 1. Das Wachstums-Synchronisationsphänomen in den ersten beiden Monaten ("Shedding")

In den ersten beiden Monaten der Therapie mit Regaine Lösung kommt es in ca. einem Drittel der Fälle zunächst zu verstärktem Haarausfall. Dieses "Shedding" ist ein sogenanntes Haarwuchs-Synchronisations-Phänomen. Es tritt dann ein, wenn besonders viele Haarfollikel vom Telogen (Ruhephase) in das Anagen (Wachstumsphase) übergehen. Die von unten neu nachwachsenden Haare schieben dabei die nicht mehr wachsenden Haare schneller als normal aus dem Haarfollikel hinaus. "Shedding" ist also Zeichen eines besonders guten Ansprechens auf Minoxidil, aber keine Voraussetzung für einen Therapieerfolg.

Sowohl der Zeitraum bis zum Auftreten der "Shedding-Phase" als auch dessen Dauer und Ausprägung können bei jeder Frau und jedem Mann unterschiedlich sein. Der Beginn der "Shedding-Phase" liegt im Allgemeinen zwischen der 2. und 6. Behandlungswoche und dauert zumeist etwa zwei bis vier Wochen. Die meisten Patientinnen oder Patienten berichten lediglich über einen verstärkt bemerkten Haarausfall, ohne dass sich das Haarkleid weiter lichtet. In Einzelfällen kann der Haarausfall jedoch auch so ausgeprägt sein, dass die Haarlichtung weiter fortschreitet. Mittel- und langfristig ist das "Shedding" für die Haardichte jedoch bedeutungslos.

Phase 2: Das Wachstums-Synchronisationsphänomen nach 4-6 Monaten

Nach anfänglich gutem Ansprechen auf die Regaine-Therapie tritt nach etwa 16 Wochen ein mehr oder weniger ausgeprägter Stopp des Haarverlustes ein, und der Höhepunkt der Haarzahl wird erreicht. Die Ursache hierfür liegt ebenfalls in einem vorübergehenden Haarwachstums-Synchronisationsphänomen: Einerseits werden leere Haarfollikel dazu angeregt, früher ein neues Haar wachsen zu lassen, andererseits werden Haarfollikel 2-4 Monate länger in der Wachstumsphase gehalten als eigentlich vorgesehen. Beide Phänomene bewirken zunächst eine Vermehrung der aktuell vorhandenen Haare. Im Anschluss daran nimmt die Haarzahl dann wieder etwas ab, die "künstlich gehaltenen" Haare fallen schliesslich aus. Dies kann sich wiederum in verstärktem Haarausfall äußern, und das Haarkleid lichtet sich wieder etwas.

Trotz dieses Nachlassens des Maximal-Effektes ist bei vielen Minoxidil-Anwendern und Anwenderinnen auch noch nach Jahren ein positiver Effekt zu sehen. Das heisst, die Haare sind auch nach Jahren noch optisch dichter als vor Beginn der Therapie. In Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Dicke der verbleibenden Haare zunimmt. Die Haardicke wiederum korreliert besser mit dem äußeren Erscheinungsbild als die Anzahl der Haare.

Phase 3: Individuelle Phasen von Haarwechsel im weiteren Verlauf

Eine erneute oder "verspätete" Minoxidil-bedingte Sheddingphase gibt es bei korrekter Anwendung nicht. Dafür können aber zahlreiche andere Faktoren zu Haarwechsel führen. Die Erfahrung zeigt, dass in vielen Fällen lediglich ein vorübergehender diffuser Haarwechsel vorliegt, z.B. durch jahreszeitliche Einflüsse, Eisenmangel, Wechsel von Hormonpräparaten, fieberhaften Erkankungen, Einnahme von Medikamenten, Operationen in Vollnarkose oder Stressepisoden. Minoxidil jedoch wirkt weiter. Entscheidend ist die Stabilisierung des Erscheinungsbildes, und nicht die Anzahl der pro Tag ausfallenden Haare. Je nach individueller Veranlagung ist es auch möglich, dass weitere Schübe des anlagebedingten Haarausfalls auftreten, die nicht oder nur teilweise durch Minoxidil aufgehalten werden können. Im Allgemeinen jedoch gilt, dass Minoxidil-Lösung so lange wirkt, wie sie angewendet wird. Bei den meisten Patientinnen und Patienten reicht die Wirkung aus, um den Haarverlust über viele Jahre hinweg zu stoppen.

Welche Ursache für einen erhöhten Haarwechsel im Einzelfall vorliegt, kann nur im Rahmen eines Besuches bei der Hautärztin oder beim Hautarzt herausgefunden werden. Wir wurden im Expertenrat zwar immer wieder nach individuellen Lösungen gefragt, aber nach wie vor gilt: Eine Untersuchung und Befragung kann nur im persönlichen Kontakt zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient erfolgen.

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Kurze Pause in den Expertenräten

17. September 2005 - Dr. Jens Meyer

Die Expertenräte von Haarerkrankungen.de machen wegen einer Umstrukturierung aktuell eine kurze Pause. In dieser Zeit können keine Fragen gestellt und beantwortet werden. Die noch in der Warteschlange stehenden Beiträge werden in der kommenden Woche bearbeitet. Alle bisher gestellten Anfragen und Antworten sind auch weiterhin für alle Besucherinnen und Besucher in den Expertenratforen einsehbar. Darüber hinaus finden Sie die Antworten aus dem Expertenrat auch thematisch gegliedert in unserem Fragenarchiv. Das allgemeine Diskussionsforum und das Diskussionforum zur Alopecia areata stehen weiterhin zum Informationsaustausch mit anderen Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung.

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Lindenstraßen-Star engagiert sich für kreisrunden Haarausfall

15. September 2005 - Dr. J. Meyer/Pressemeldung

Am 5. Oktober 2005 übernimmt Rebecca Siemoneit Barum offiziell die Schirmherrschaft des Bundesvereins Alopecia Areata Deutschland e. V. (AAD). Vereinsvorsitzende Kerstin Zienert freut sich auf die Zusammenarbeit: „Trotz über einer Million Betroffener in Deutschland wird der kreisrunde Haarausfall in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir Rebecca Siemoneit-Barum als Schirmherrin gewinnen konnten. Mit ihrer prominenten und engagierten Fürsprache können wir sicher mehr Menschen als bisher erreichen und sie über die Autoimmunkrankheit Alopecia Areata aufklären“.

Die „Circus Barum“-Tochter Rebecca Siemoneit Barum erkrankte mit zehn Jahren selbst am kreisrunden Haarausfall: „Das war ein Schock für mich. Gerade im Zirkus sind lange, schöne Haare für Frauen ein Muss. Hier gilt: ‚Ohne deine Haare bist du nichts’ oder ‚deine Haare sind deine Krone’. Mein Vater und mein Ehemann lieben lange Haare, und auch meine Tochter Rachel hat eine imposante Mähne. Doch natürlich ist der Haarverlust nicht nur für Menschen aus dem Showbusiness schrecklich – ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie schwer man damit fertig wird, wenn plötzlich kahle Stellen auf dem Kopf auftreten, das macht einem Angst. Deshalb möchte ich mich künftig aus ganzem Herzen für den AAD einsetzen“.

Nicht alle Betroffenen haben so viel Glück wie Rebecca Siemoneit-Barum. Bei ihr wuchsen die Haare nach kurzer Zeit wieder komplett nach. Heute ist sie vielen Menschen auch aufgrund ihrer prächtigen langen Mähne, die ihr Markenzeichen geworden ist, bekannt. Seit 1990 begeistert sie als rotgelockte Iffi Zenker in der Kultserie „Lindenstraße“ ein Millionenpublikum. Wie Rebecca Siemoneit-Barum entwickeln die meisten Menschen beim kreisrunden Haarausfall nur wenige kahle Stellen. Es gibt jedoch auch die Alopecia totalis, die das gesamte Kopfhaar betrifft und die Alopecia universalis, die auch die Körperbehaarung in Mitleidenschaft zieht. Jeder zweite Betroffene erkrankt bereits als Kind am kreisrunden Haarausfall.

Der kreisrunde Haarausfall kann bislang nicht ursächlich geheilt werden, da die Ursachen für den Haarverlust weitgehend ungeklärt sind. In etwa 10 % der Fälle findet sich eine familiäre Häufung, was auf eine erbliche Komponente des kreisrunden Haarausfalls hindeutet. Die Erforschung dieser Vererblichkeit ist das Ziel eines sehr groß angelegten Forschungsprojekts unter der Federführung des Dermatologen Prof. Dr. med. Rolf Hoffmann. Dafür werden Blutproben von Geschwistern mit kreisrundem Haarausfall in über zwölf Ländern gesammelt. Das langfristige Ziel der Untersuchung ist es, mit Hilfe der Kenntniss der ursächlichen Gene des kreisrunden Haarausfalls neue Wege der Therapie aufzuzeigen. AAD unterstützt dieses Projekt und hat ein Spendenkonto zur Finanzierung der molekulargenetischen Untersuchungen eingerichtet: Stichwort Forschung, Sparkasse Krefeld, BLZ 32050000, Kto. 143560.

Obwohl die Alopecia Areata ursächlich nicht geheilt werden kann, können bestimmte Präparate den Betroffenen Erleichterung verschaffen. Die Astellas Pharma GmbH, Unterstützerin von AAD, hat mit dem Kortikoid-Schaum Deflatop® ein Präparat zur Behandlung von sensiblen Kopfhautdermatosen auf den deutschen Markt gebracht. Deflatop® reduziert die typischen Symptome der Kopfhaut-Psoriasis wie Schuppung, Plaque-Dicke, Erythem und Juckreiz. Auch Patienten mit kreisrundem Haarausfall profitierten bei einer multizentrischen Vergleichsstudie von einer Deflatop®-Anwendung mehr als Patienten, die eine Betamethason-Lotion erhielten.

Mehr Informationen zur Alopecia Areata und krankheitsbedingtem Haarausfall erhalten Betroffene oder deren Angehörige unter der Telefon- und Faxnummer 02151/786006, im Internet unter www.kreisrunderhaarausfall.de, per email an kreisrunderhaarausfall@web.de. Spendenkonto des Alopecia Areata Deutschland e. V., Sparkasse Krefeld, Konto 55 014 500, BLZ 320 500 00.

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Fernsehsendung zum Thema Haare

6. September 2005 - Dr. Jens Meyer

Haare sind ein Spiegel unserer Seele und auch unserer Gesundheit. Haare sind Ausdruck unserer Persönlichkeit und Symbol für Jugend und Attraktivität. Es gab Zeiten, da waren die Haar- oder Barttracht sogar Kennzeichen politischer Gesinnung - man denke nur an Bob Marley oder Karl Marx. Seit Urzeiten beschäftigen sich Menschen mit ihren Haaren. Planet Wissen zeigt, wie Haare zur persönlichen Visitenkarte werden, wie sie unsere Kultur bestimmen und bestimmt haben und was man unternehmen kann, wenn sie nicht mehr sprießen.

Zu Gast bei Planet Wissen zum Thema "Haupt-Sache Haare" werden sein:

Prof. Dr. Hans Wolff, Dermatologe an der Dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität in München und Leiter des Expertenrates zum anlagebedingten Haarausfalls bei Haarerkrankungen.de. In einer speziellen Haarsprechstunde berät er Betroffene mit welchen Mitteln und Methoden sie ihren Haaren Gutes tun können. Prof. Wolff wird außerdem über die Wirksamkeit von Haarwuchs-Medikamenten berichten.

Gerhard Meir. Als "Starfriseur" versucht er vielen Prominenten den letzten Schliff zu geben. Gerhard Meir wird über die große Kunst des pfiffigen Haarschnitts reden und den Zuschauern zeigen, worauf es bei der Wahl des passenden Haarschnitts ankommt und auch Pflegetipps geben.

Die Sendezeiten sind:

Donnerstag den 29. September 2005 von 14:00 bis 15:00 Uhr im SWR.

Donnerstag den 29. September 2005 von 15:00 bis 16:00 Uhr und am Freitag den 30. September 2005 von 7:30 bis 8:30 Uhr im WDR.

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